Wild-Chinchillas
Die ursprüngliche Heimat der Chinchillas ist das Hochland der südamerikanischen Anden im Bereich der Staaten Chile, Bolivien
und Peru. Die Wildfarbe der Chinchillas ist grau. Heute sind noch 2 Arten bekannt: Chinchilla lanigera (Langschwanzchinchilla)
und Chinchilla brevicaudata (Kurzschwanzchinchilla). Bei den Chinchillas, die auf den Bildern hier zu sehen sind, handelt es sich
um Kurzschwanzchinchillas. Die Bilder wurden mir freundlicherweise von Dr. Jaime Jiménez überlassen. Vielen Dank.
Dank ihres Felles sind Chinchillas bekannt geworden und wurden eben wegen diesem Fell gejagt, wodurch ihr Bestand
kontinuierlich dezimiert worden ist. Ein weiteres dazu beigetragen hat die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Vieh- und
Landwirtschaft. In Peru und Bolivien gibt es bereits keine Wild-Chinchillas mehr. Einzig in Chile haben die Tiere ein
Rückzugsgebiet gefunden, doch geht die Anzahl der Chinchillas auch hier stetig zurück.
Langschwanzchinchillas galten bereits als ausgestorben. Mitte der 70er Jahre wurden sie in Chile wiederentdeckt und 1983
dann wurde ein Chinchilla-Reservat gegründet, um die noch existierenden Kolonien zu schützen und vor der endgültigen Ausrottung
zu bewahren. Man dachte zunächst, dass sich der Bestand von alleine wieder stabilisieren würde, doch dem war nicht so.
Aktive Erhaltungs-Programme sind die einzige Chance die wilden Chinchillas zu erhalten. Zu diesem Zweck wurde die
Organisation Save the Wild Chinchillas, Inc gegründet, die sich vor Ort für die Chinchillas einsetzt.
Die Organisation stellt sich, ihr Anliegen und ihre Arbeit auf der Homepage
www.wildchinchillas.org vor.
Menschen, die aktiv helfen wollen, oder Spenden sind dem Verein immer gerne willkommen. Durch eine Spende (gleich welcher
Betrag) kann man zum Mitglied werden und erhält dann zweimal jährlich den aktuellen Newsletter, der über die Verwendung
der Spenden sowie die Fortschritte des Programmes informiert. Wer weitere Infos diesbezüglich haben möchte, der kann sich
mit Amy Deane (amy_deane@wildchinchillas.org) direkt in Verbindung setzen.
Heute wird der Bestand auf knapp 10.000 Tiere geschätzt, wovon etwa 5.000 auf privatem und somit ungeschütztem Land leben.
Also nur etwa die Hälfte der existierenden Wild-Chinchillas befindet sich im Gebiet des für sie errichteten Schutzreservates.
Daher ist es sehr wichtig die Bewohner und die Landbesitzer zu sensibilisieren und zu informieren.
Die Jagd auf Chinchillas ist heute verboten, aber, da die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Landwirtschaft,
Viehherden und Abbau von Bodenschätzen weiter voranschreitet, sind die Chinchillas nach wie vor stark bedroht.
Aus einem Briefwechsel, den eine Bekannte und ich mit der Präsidentin der Organisation, Amy Deane, geführt haben, ging
hervor, dass im Grunde bisher nur sehr wenig über das Leben und das Verhalten der wildlebenden Chinchillas bekannt ist.
Leider scheint es auch nur sehr wenige der Chinchilla-Halter zu interessieren, wie das Tier, welches sie zuhause im Käfig
sizten haben, eigentlich in freier Wildbahn lebt und welche Verhaltensweisen es dort zeigt. Dabei würde mehr Wissen doch
bedeuten, dass man den Bedürfnissen unserer Haus-Chinchillas noch gerechter werden könnte...
Auch berichtete Amy Deane davon, dass der Bestand der Wild-Chinchillas in den letzten Jahren trotz der Schutzmassnahmen
und der Neubepflanzung der Reservate mit Futterpflanzen immer weiter zurückgeht. Dies liegt zum Teil daran, dass die Pflanzen
recht langsam wachsen und somit den Chinchillas erst in einigen Jahren helfen können. Ein anderer Punkt ist die Wilderei.
Leider werden immer noch Wild-Chinchillas eingefangen und an Pelzfarmer verkauft, die damit neues genetisches Material
in ihre Zuchten einbeziehen wollen.
Wild-Chinchillas bilden Kolonien. Eine Kolonie umfasst mehrere Familien. Wie genau diese Familien bzw. Kolonien organisiert
sind ist bisher nicht bekannt. Die Kolonien wandern von Ort zu Ort und in einer Nacht reisen sie zwischen 1 und 4 km.
Sie bewegen sich dabei auf eingelaufenen Trampelpfaden. Jüngere Tiere werden von älteren geführt. Ob es echte Leittiere und/
oder Wachposten gibt ist bisher noch nicht geklärt.
Man weiss, dass es zwischen den Chinchillas zu heftigen Kämpfen mit ernsten Verletzungen kommt. Vermutlich sind dies
Rangordnungskämpfe, aber sicher kann man das nicht sagen.
Zu den natürlichen Feinden der Chinchillas gehören zwei Füchse, einige Greifvögel und ein wieselartiges Tier. Krankheiten
sind selten. Erwähneswert ist hier nur "Chagus".
Die meisten Jungtiere werden zwischen Juli und Februar gebohren. Wie das Paarungsritual abläuft, wann und wo die Paarung
vollzogen wird und wie die Geburt verläuft, ist bisher nicht beobachtet worden. Auch ist nicht bekannt, was mit den
Jung-Böckchen passiert, wenn sie die Geschlechtsreife erlangen.
Der Lebensraum:
Chinchillas:
(Die Bilder wurden von www.wildchinchillas.org zur Verfügung gestellt.)